Fuerstlicher Marstall Schloss Rheda

04.08.2010 von admin

Das Schloss Rheda

Dieser leichte Zweispänner-Reisewagen brachte Graf Moritz-Casimir  (1735 -1805) des öfteren in die Niederlande und nach Flandern.
Für eilige und zahlungsfähige Einzelreisende gab es auf den deutschen Postlinien ab etwa 1650 ähnliche Wagen, die »Postchaisen«.
Kräftige Holzachsen, Riemenaufhängung an großen C-Federn, doppelter Schwanenhals-Langbaum und die Art der Radbefestigung dokumentieren die Bauzeit: zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein »Haarbeutel« an der Kabinenrückseite nahm das kleine Reisegepäck auf: Schirme, Aktenrollen, Utensilien ...
 

Dieser Kutschentyp wurde in Berlin von Philipp von Chieze, dem Generalquartiermeister des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg entwickelt. Die Berline war ab Mitte des 18. Jahrhunderts die Standardkutsche schlechthin.
Auch die Rhedaer Berline ist schon über 200 Jahre alt. Die unterschiedliche Bau- und Stilart von Fahrgestell und Wagenkasten sowie abweichende Lackierungen lassen vermuten, daß die Bauteile nicht immer zusammengehörten. Auch dürften die Fensterrahmen ursprünglich verglast gewesen sein. Die hölzernen »Incognito«-Tafeln wurden dirzegen eingesetzt, wenn es aus Gründen der Diskretion angebracht war.
 

Der Rhedaer Landauer, gebaut um 1850, zeigt noch starke Verwandtschaft zur Berline. Allerdings machen beste Schmiede- und Stellmacherarbeit, vollversenkbare Türscheiben, wertvolle Innenausstattung, Silberbeschläge und ein kostbarer Bocksitzbehang diesen Landauer ebenfalls zu einem Halbgala-Wagen.

Dieses sogenannte Halbgala-Fahrzeug wurde noch unter Fürst Emil zu Bentheim-Tecklenburg angeschafft.
Hersteller war, wie die dezenten Firmenschilder unter den Türschwellen verraten, die Firma Friedrich Braun, Wagenfabricant, Hessen Cassel. Die Bauweise - geschweifter Langbaum und C-Federn - war bis Anfang des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Einzigartig an der Rhedaer Berline ist die exquisite Ausstattung, die vom hohen Anspruch des fürstlichen Auftraggebers zeugt.
 

.

Ursprünglich dürfte ein Halbverdeck die Herr¬schaften vor den Dienern optisch abgeschirmt haben. Die Diener standen erhöht auf der Lakaibrücke über der Hinterachse.
Die Fahrgestell-Konstruktion, die schweren Holzachsen und die Kastenaufhängung in S-Federn kombiniert mit Lederbändern weisen auf die Bauzeit hin: Ende 18. Jahrhundert.
Dank des schwanenhalsförmigen Langbaums konnte der Kutscher, um scharf zu wenden, die Räder an der »Nase« durchlaufen lassen.
 

Der Benjamin unter den Rhedaer Kutschen weist alle wesentlichen Bauelemente eines Großwagens auf: Federung, doppelter Langbaum, Polsterung und sogar eine schönbemalte Rückseite.
Der Kinder-Spazierwagen wurde vom Pony oder von Hand gezogen. Und sicher auch mehr als ein¬mal vom gräflichen Vater Moritz-Casimir II, der ihn damals bauen ließ.
 

Die weiteren Exponate der Sammlung:
 Der große, ganz aus Holz gearbeitete Gesellschaftsschlitten.
 Der herrschaftliche Schlitten, der bis 1939 in Gebrauch war. O Der Napoleon-Schlitten mit seinen bunten Schnitzornamenten und dem schieläugigen Hofnarren als Gallionsfigur.
Wie es heißt, reiste Napoleon nach dem verlorenen Feldzug gegen Rußland mit diesem schönen Barockschlitten ein Stück Weges zurück nach Frankreich.
 Der Feuerwehrwagen mit Doppelhebelpumpe von 1788 und den sechs Ledereimern aus etwa demselben Jahr.
 Die diversen Handschiebeschlitten.
 Der zweirädrige Botenwagen für den Fürstlichen Courier.
 Der Fourgon, ein französischer »Fernlaster« mit immerhin gut 1500 kg Zuladung!
Für die oft wertvollen Transporte war der Fourgon rückseitig räuber- s sicher präpariert: mit einem schweren Riegelverschluß und gegen un¬gebetene Mitfahrer mit kräftigen Zinken auf der Trittbrettplatte.
 Der sportliche Spider-Phaeton, gebaut von P. Scheurer & Co, Düsseldorf t! Der herrschaftliche Selbstfahrer saß vorn auf dem komfortablen, wettergeschützten Bock, die »Grooms« saßen hinten.
 Die alte Kalesche für kleine Ausfahrten in Stadt und Land.
 In einem besonderen Raum sind die verschiedensten Militär-, Luxus-und Damensättel ausgestellt, dazu Zaumzeuge, Zügel, Leinen sowie Arbeits- und Kutschengeschirre in Kummet- und Brustblattausführung. Dazu Reit- und Fahrgebisse aller Art, Wagenheber, bremsende »Hemmschuhe« sowie Prachtschabracken.

Auskunft

Fürstlich zu Bentheim Tecklenburgische Kanzlei

Steinweg 13 Telefon 05242/44243

4840 Rheda Wiedenbrück

Internationales Traditionsfahren am Schloss Rheda - 27.08.2010 bis 29.08.2010

Am Freitag ist ab 19 Uhr ein „Westfälischer Abend“ für die Fahrsportler und Gäste geplant. Ab 21 Uhr lockt ein Showprogramm mit großem Zapfenstreich im Schloss-Vorhof. Am Samstag prüfen die Richter ab neun Uhr sämtliche Gespanne auf ihren Zustand, bevor es zur Streckenfahrt zum Kloster Clarholz geht. Während der Strecke und am Kloster sind kniffelige Geschicklichkeiten zu bewältigen. Statt Pommesbude oder Gulaschkanone wartet im Klostergarten ein feines Picknick. Am Sonntag findet ab zehn Uhr die Ausfahrt durch den historischen Stadtkern von Rheda statt, anschließend geht es zur Endpräsentation in den Vorhof des Schlosses.
Der Eintritt am Freitag und Samstag ist frei, am Sonntag kostet er fünf Euro.

Infos im Internet unter:http://www.beckord-fem.de

H.B.P.

Quelle :Fürstlich zu Bentheim Tecklenburgische Kanzlei

Das Schloss Rheda

Dieser leichte Zweispänner-Reisewagen brachte Graf Moritz-Casimir  (1735 -1805) des öfteren in die Niederlande und nach Flandern.
Für eilige und zahlungsfähige Einzelreisende gab es auf den deutschen Postlinien ab etwa 1650 ähnliche Wagen, die »Postchaisen«.
Kräftige Holzachsen, Riemenaufhängung an großen C-Federn, doppelter Schwanenhals-Langbaum und die Art der Radbefestigung dokumentieren die Bauzeit: zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein »Haarbeutel« an der Kabinenrückseite nahm das kleine Reisegepäck auf: Schirme, Aktenrollen, Utensilien ...
 

Dieser Kutschentyp wurde in Berlin von Philipp von Chieze, dem Generalquartiermeister des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg entwickelt. Die Berline war ab Mitte des 18. Jahrhunderts die Standardkutsche schlechthin.
Auch die Rhedaer Berline ist schon über 200 Jahre alt. Die unterschiedliche Bau- und Stilart von Fahrgestell und Wagenkasten sowie abweichende Lackierungen lassen vermuten, daß die Bauteile nicht immer zusammengehörten. Auch dürften die Fensterrahmen ursprünglich verglast gewesen sein. Die hölzernen »Incognito«-Tafeln wurden dirzegen eingesetzt, wenn es aus Gründen der Diskretion angebracht war.
 

Der Rhedaer Landauer, gebaut um 1850, zeigt noch starke Verwandtschaft zur Berline. Allerdings machen beste Schmiede- und Stellmacherarbeit, vollversenkbare Türscheiben, wertvolle Innenausstattung, Silberbeschläge und ein kostbarer Bocksitzbehang diesen Landauer ebenfalls zu einem Halbgala-Wagen.

Dieses sogenannte Halbgala-Fahrzeug wurde noch unter Fürst Emil zu Bentheim-Tecklenburg angeschafft.
Hersteller war, wie die dezenten Firmenschilder unter den Türschwellen verraten, die Firma Friedrich Braun, Wagenfabricant, Hessen Cassel. Die Bauweise - geschweifter Langbaum und C-Federn - war bis Anfang des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Einzigartig an der Rhedaer Berline ist die exquisite Ausstattung, die vom hohen Anspruch des fürstlichen Auftraggebers zeugt.
 

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Ursprünglich dürfte ein Halbverdeck die Herr¬schaften vor den Dienern optisch abgeschirmt haben. Die Diener standen erhöht auf der Lakaibrücke über der Hinterachse.
Die Fahrgestell-Konstruktion, die schweren Holzachsen und die Kastenaufhängung in S-Federn kombiniert mit Lederbändern weisen auf die Bauzeit hin: Ende 18. Jahrhundert.
Dank des schwanenhalsförmigen Langbaums konnte der Kutscher, um scharf zu wenden, die Räder an der »Nase« durchlaufen lassen.
 

Der Benjamin unter den Rhedaer Kutschen weist alle wesentlichen Bauelemente eines Großwagens auf: Federung, doppelter Langbaum, Polsterung und sogar eine schönbemalte Rückseite.
Der Kinder-Spazierwagen wurde vom Pony oder von Hand gezogen. Und sicher auch mehr als ein¬mal vom gräflichen Vater Moritz-Casimir II, der ihn damals bauen ließ.
 

Die weiteren Exponate der Sammlung:
 Der große, ganz aus Holz gearbeitete Gesellschaftsschlitten.
 Der herrschaftliche Schlitten, der bis 1939 in Gebrauch war. O Der Napoleon-Schlitten mit seinen bunten Schnitzornamenten und dem schieläugigen Hofnarren als Gallionsfigur.
Wie es heißt, reiste Napoleon nach dem verlorenen Feldzug gegen Rußland mit diesem schönen Barockschlitten ein Stück Weges zurück nach Frankreich.
 Der Feuerwehrwagen mit Doppelhebelpumpe von 1788 und den sechs Ledereimern aus etwa demselben Jahr.
 Die diversen Handschiebeschlitten.
 Der zweirädrige Botenwagen für den Fürstlichen Courier.
 Der Fourgon, ein französischer »Fernlaster« mit immerhin gut 1500 kg Zuladung!
Für die oft wertvollen Transporte war der Fourgon rückseitig räuber- s sicher präpariert: mit einem schweren Riegelverschluß und gegen un¬gebetene Mitfahrer mit kräftigen Zinken auf der Trittbrettplatte.
 Der sportliche Spider-Phaeton, gebaut von P. Scheurer & Co, Düsseldorf t! Der herrschaftliche Selbstfahrer saß vorn auf dem komfortablen, wettergeschützten Bock, die »Grooms« saßen hinten.
 Die alte Kalesche für kleine Ausfahrten in Stadt und Land.
 In einem besonderen Raum sind die verschiedensten Militär-, Luxus-und Damensättel ausgestellt, dazu Zaumzeuge, Zügel, Leinen sowie Arbeits- und Kutschengeschirre in Kummet- und Brustblattausführung. Dazu Reit- und Fahrgebisse aller Art, Wagenheber, bremsende »Hemmschuhe« sowie Prachtschabracken.

Auskunft

Fürstlich zu Bentheim Tecklenburgische Kanzlei

Steinweg 13 Telefon 05242/44243

4840 Rheda Wiedenbrück

Internationales Traditionsfahren am Schloss Rheda - 27.08.2010 bis 29.08.2010

Am Freitag ist ab 19 Uhr ein „Westfälischer Abend“ für die Fahrsportler und Gäste geplant. Ab 21 Uhr lockt ein Showprogramm mit großem Zapfenstreich im Schloss-Vorhof. Am Samstag prüfen die Richter ab neun Uhr sämtliche Gespanne auf ihren Zustand, bevor es zur Streckenfahrt zum Kloster Clarholz geht. Während der Strecke und am Kloster sind kniffelige Geschicklichkeiten zu bewältigen. Statt Pommesbude oder Gulaschkanone wartet im Klostergarten ein feines Picknick. Am Sonntag findet ab zehn Uhr die Ausfahrt durch den historischen Stadtkern von Rheda statt, anschließend geht es zur Endpräsentation in den Vorhof des Schlosses.
Der Eintritt am Freitag und Samstag ist frei, am Sonntag kostet er fünf Euro.

Infos im Internet unter:http://www.beckord-fem.de

H.B.P.

Quelle :Fürstlich zu Bentheim Tecklenburgische Kanzlei