Georg Talbot Teil 2 Andres Furger

27.04.2011 von admin

Georg Talbot liess ab dem Jahre 1914 westlich von Aachen an der Strasse nach Eupen das schon erwähnte stattliche Anwesen anstelle eines älteren kleinen Hauses erbauen. Dieses lag – anders als der bisherige Sommersitz - in einem idealen Reit- und Fahrgelände. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges kamen die Arbeiten aber für Jahre zum Erliegen. Erst 1921 war der Rohbau des im englischen Stil gehaltenen Anwesens fertig, der Ausbau musste wegen der so genannten Ruhrbesetzung erneut eingestellt werden. Das ganze Anwesen wurde dann vom jungen Architekten von Bräuning vollendet und das Haus 1925 bezogen. Der Baukomplex hatte die Form eines langen Rechtecks mit dem historischen Garten und grossen Wohnhaus im Süden und dem Ökonomieteil im Norden

. Dazwischen lagen Remisen und die Herrschaftsstallungen mit vier Boxen und einem Stand für die Pferde. Und so ist es bis heute geblieben. Georg Talbots Grosstochter Carlita Grass-Talbot, Tochter von Richard Talbot, der die Firma weiterführte hatte, pflegt bis heute zusammen mit ihrem Gatten, Thomas Grass-Talbot, den Gutshof Grenzhof ebenso, wie sie im Sinne der Vorfahren die Kultur des Pferdesportes in Aachen weiter fördern.

Kontinuität

Der Fahrsport hatte in Deutschland um 1900 seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Nachher wurden die Zeiten schwieriger, einerseits der schon genannten Motorisierung wegen, andererseits infolge der gesellschaftlichen Entwicklung und der Auswirkungen der beiden Weltkriege. Bis dann in den siebziger Jahren ein wundersames Revival eintrat; Fahren wurde vor allem unter der Ägide des englischen Prinzgemahls eine von der FEI anerkannte Disziplin mit Europa- und Weltmeisterschaften. Seither erfreut sich der nach neuer Manier organisierte Fahrsport internationaler Beachtung. Damit ist gesagt, dass Georg Talbot als reifer Mann das Abebben einer ihm wichtigen Sportdisziplin miterlebte – und als Pferde- und Fahrfreund bewusst Gegensteuer gab. Dies machte er nicht nur mit seiner aktiven Teilnahme an Turnieren, sondern auch durch die testamentarisch festgelegte Vergabe des nach ihm benannten „Geheimrat Talbot Preises“ von Aachen für den besten Viererzugfahrer des Turniers. Dieser Fahrpreis ist seit 1949 ein Höhepunkt innerhalb der Fahrturniere für Viererzüge Kontinentaleuropas. Er wird bis heute von der Enkelin des ersten Stifters, Carlita Grass-Talbot, vergeben.
 

Der erste von Georg Talbot gestiftete Pokal ,mit einem Viererzug vor dem Rathaus in Aachen. Spa Stiftung Body

Anfang des 20.Jh. nahm  Georg Talbot  während der Coaching-Saison in Spa -Belgien, regelmäßig an den Veranstaltungen teil.

wir fanden  in Spa verschiedene Dokumente aus dieser  Zeit ,wo G.Talbot erwähnt wird. - Spa Stiftung Body

von Sept.1906

Auszug aus den „Erinnerungen“ von Georg Talbot zum Thema Fahren

„Auch der Sportlaie wird bedauern, dass schöne Gespanne und Reitpferde immer mehr aus dem Stadtbild verschwinden, eine Entwicklung, die sich im Zeitalter der Mechanisierung nicht aufhalten lässt. Doch kann der Motor das Pferd nicht immer ersetzen. Mancher Kaufmann ist sich bewusst, dass ein wohlgepflegtes Gespann, geschmackvolle Farbe des Wagens, sorgsam geputzte Pferde und Geschirr dem Auge der Kundschaft nicht entgehen werden. Bei Vorführungen von Geschäftsgespannen auf Turnieren kann man beobachten, wie durch geringe Mittel hier oft Hervorragendes geleistet wird.“ (verfasst wohl im Jahre 1945)

Der alte Wagenbestand von Georg Talbot

In den Remisen des Georg Talbot standen mindestens folgende Wagen:
- Coach, vermutlich englischer Herkunft.
Der Wagen unbekannten Verbleibs war gelb und schwarz bemalt und wies eine doppelte Bremse auf.
 

Coupé, erbaut um 1900 bei Kallscheurer im belgischen Eupen. Der Wagen steht heute in der Sammlung Simons.

- Spider, abgebildet auf alten Photographie aus den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts

Text und Fotos  : Andres Furger    ,H.B.P.  ,  Stiftung Body Spa

Georg Talbot liess ab dem Jahre 1914 westlich von Aachen an der Strasse nach Eupen das schon erwähnte stattliche Anwesen anstelle eines älteren kleinen Hauses erbauen. Dieses lag – anders als der bisherige Sommersitz - in einem idealen Reit- und Fahrgelände. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges kamen die Arbeiten aber für Jahre zum Erliegen. Erst 1921 war der Rohbau des im englischen Stil gehaltenen Anwesens fertig, der Ausbau musste wegen der so genannten Ruhrbesetzung erneut eingestellt werden. Das ganze Anwesen wurde dann vom jungen Architekten von Bräuning vollendet und das Haus 1925 bezogen. Der Baukomplex hatte die Form eines langen Rechtecks mit dem historischen Garten und grossen Wohnhaus im Süden und dem Ökonomieteil im Norden

. Dazwischen lagen Remisen und die Herrschaftsstallungen mit vier Boxen und einem Stand für die Pferde. Und so ist es bis heute geblieben. Georg Talbots Grosstochter Carlita Grass-Talbot, Tochter von Richard Talbot, der die Firma weiterführte hatte, pflegt bis heute zusammen mit ihrem Gatten, Thomas Grass-Talbot, den Gutshof Grenzhof ebenso, wie sie im Sinne der Vorfahren die Kultur des Pferdesportes in Aachen weiter fördern.

Kontinuität

Der Fahrsport hatte in Deutschland um 1900 seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Nachher wurden die Zeiten schwieriger, einerseits der schon genannten Motorisierung wegen, andererseits infolge der gesellschaftlichen Entwicklung und der Auswirkungen der beiden Weltkriege. Bis dann in den siebziger Jahren ein wundersames Revival eintrat; Fahren wurde vor allem unter der Ägide des englischen Prinzgemahls eine von der FEI anerkannte Disziplin mit Europa- und Weltmeisterschaften. Seither erfreut sich der nach neuer Manier organisierte Fahrsport internationaler Beachtung. Damit ist gesagt, dass Georg Talbot als reifer Mann das Abebben einer ihm wichtigen Sportdisziplin miterlebte – und als Pferde- und Fahrfreund bewusst Gegensteuer gab. Dies machte er nicht nur mit seiner aktiven Teilnahme an Turnieren, sondern auch durch die testamentarisch festgelegte Vergabe des nach ihm benannten „Geheimrat Talbot Preises“ von Aachen für den besten Viererzugfahrer des Turniers. Dieser Fahrpreis ist seit 1949 ein Höhepunkt innerhalb der Fahrturniere für Viererzüge Kontinentaleuropas. Er wird bis heute von der Enkelin des ersten Stifters, Carlita Grass-Talbot, vergeben.
 

Der erste von Georg Talbot gestiftete Pokal ,mit einem Viererzug vor dem Rathaus in Aachen. Spa Stiftung Body

Anfang des 20.Jh. nahm  Georg Talbot  während der Coaching-Saison in Spa -Belgien, regelmäßig an den Veranstaltungen teil.

wir fanden  in Spa verschiedene Dokumente aus dieser  Zeit ,wo G.Talbot erwähnt wird. - Spa Stiftung Body

von Sept.1906

Auszug aus den „Erinnerungen“ von Georg Talbot zum Thema Fahren

„Auch der Sportlaie wird bedauern, dass schöne Gespanne und Reitpferde immer mehr aus dem Stadtbild verschwinden, eine Entwicklung, die sich im Zeitalter der Mechanisierung nicht aufhalten lässt. Doch kann der Motor das Pferd nicht immer ersetzen. Mancher Kaufmann ist sich bewusst, dass ein wohlgepflegtes Gespann, geschmackvolle Farbe des Wagens, sorgsam geputzte Pferde und Geschirr dem Auge der Kundschaft nicht entgehen werden. Bei Vorführungen von Geschäftsgespannen auf Turnieren kann man beobachten, wie durch geringe Mittel hier oft Hervorragendes geleistet wird.“ (verfasst wohl im Jahre 1945)

Der alte Wagenbestand von Georg Talbot

In den Remisen des Georg Talbot standen mindestens folgende Wagen:
- Coach, vermutlich englischer Herkunft.
Der Wagen unbekannten Verbleibs war gelb und schwarz bemalt und wies eine doppelte Bremse auf.
 

Coupé, erbaut um 1900 bei Kallscheurer im belgischen Eupen. Der Wagen steht heute in der Sammlung Simons.

- Spider, abgebildet auf alten Photographie aus den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts

Text und Fotos  : Andres Furger    ,H.B.P.  ,  Stiftung Body Spa