Die Gründe für das Desaster bei der Behandlung des Kulturgutes Kutsche beginnen alle mit G

20.08.2018 von admin

 

 

 

Bei Diamanten werden als Kriterien zur Bewertung die vier C herangezogen, das brachte mich auf die Idee, für die Situation bei alten Kutschen und Fahrzubehör die vier G heran zuziehen.

 

 

Gebrauch  Geld  Geiz Gewinn

 

Und sie hängen sehr miteinander zusammen, im positiven und negativen Sinne.

 

 

 

 

 

 

 

Gebrauch.

Einer der Gründe zu Bewahrung einer Kutsche ist sehr simpel. Die Menschen wollen mit der Kutsche fahren, also sorgt man für den Unterhalt.

Durch die ständige Weiterentwicklung der Technik und der Materialien, ändern sich natürlich mit jeder Generation die Methoden und Auffassungen.

Bei der Reparatur, Renovation und Restaurierung werden die geraden bekannten und modernen Mittel und Materialien benutzt. Also führt man ganz andere Dinge oder Materialien hinzu, als während der Entstehungszeit üblich waren.

Dadurch kommt es leider sehr oft zu irreversiblen Eingriffen.

Dazu kommen noch die sich laufend veränderten Regeln des Straßenverkehrs, der Sicherheit und der Bedürfnisse der Fahrer, die ebenfalls dazu führen, entscheidende Veränderung an der Originalsubstanz vor zunehmen. Das fördert zwar die Sicherheit, zerstört aber die Originalität, z.B. durch nachträglichen Einbau von Bremsen, Beleuchtungsmitteln, Federsystemen, oder anderen Dingen.

 

 

 

Das Geld

Geld korrumpiert auch oft sogar die Ehrlichen. Dabei genügt eine relativ geringe Menge um sich sicher und frei zu fühlen .Was sagt uns das?

 

Einmal spielt es bei der richtigen Aufbewahrung eines Kulturgutes eine Rolle, wenn die Umgebung nicht passt. Dann kommt es zu Beschädigungen und Veränderungen, z.B. Austrocken, Rostbildung, Mottenfraß, Verfaulung, Zersetzung und noch eine Reihe von anderen Dingen. (manche Menschen haben einfach nicht das Geld für den Aufwand der richtigen Aufbewahrung, andere wollen es nicht ausgeben)

Das Geld beim Einkauf einer alten Kutsche spielt natürlich ebenfalls eine große Rolle, hat man es, oder nicht. Fehlt es an Geld, kann es zu Fehlentscheidungen kommen. Hat man zu viel, führt dies manchmal auch in die falsche Richtung (Menschen nutzen dies skrupellos aus).

Hat man Geld >>>>gleich Macht<<<< denkt man, man könne die Welt nach seinen Regeln verändern. Auf die Kutschen bezogen zeigt sich z.B.

 

dass der Kunde bestimmt, was er gerne haben möchte,egal ob kunsthistorisch richtig.

 

 

 er stellt sich über die ethischen Grundsätze der Restaurierung.z.B. Farbgebung und Materialen und lässt nach eigenen Gustos verändern

 

 

Restauratoren stehen vor dem Problem, wer bezahlt, der bestimmt.

 

 

Es gibt für Kutschen- Instandsetzung unzählige Handwerker, die in der Lage sind alte Dinge zu reproduzieren , aber es gibt fast keine qualifizierten Kutschen - Restauratoren mit Fachwissen, die nach die nach ethischen Grundsätzen arbeiten und historisch wichtige Objekte bewahren ohne sie zu verändern.

 

Nur, das verändert erhaltenswürdige Kulturgüter ganz entscheidend und zerstört sie sehr oft für unsere Nachfahren.

 

 

 

Geiz

Es gehört wahrscheinlich zu den menschlichen Seiten, dass man manchmal geizig ist

Man möchte ein Objekt kaufen, aber man findet es zu teuer oder man will die geforderte Summe nicht ausgeben, selbst wenn die Höhe gerechtfertigt, oder sogar günstig ist. Dieses Verhalten gibt es sogar bei den ganz großen Sammlern. Man kauft ein billiges Objekt, weil man für ein bessererhaltenes nicht bezahlen möchte. Oder man kauft ein teureres Objekt möchte aber dann bei den Folgekosten sparen.

 

 

 

Gewinn

Damit kommt es oft zu Problemen auf der Käufer und Verkäuferseite

Seit einigen Jahrzehnten hat sich bei vielen Sammlern ein Investitions-Denken entwickelt: das Objekt soll nicht nur schön und bedeutend sein, sondern auch eine gute Investition. Bei kulturhistorisch wichtigen Objekten kann man dieses Denken aber nicht auf einen bestimmten Zeitraum festlegen, manchmal braucht es einige Generationen bis es wirklich eine gute Investition wird

Bei den Verkäufern kommt es durch die Gewinnmaximierung zu den seltsamsten Auswüchsen - das beginnt mit Verschönerung, Verbesserung, Neugestaltung, falscher Restaurierung, Ergänzung bis hin zur Kopie und Fälschung.

Um den  Gewinn zu erhöhen wird gerne mal dem Kunden zu Maßnahmen geraten, die eigentlich gar nicht nötig sind.

Wen sich die Situation ändern soll, dann müsste sich auch an der Interpretation der vier G. etwas ändern.

 

Text : H:B:Paggen